Passive Performance Messungen

Für passive Messungen benötigt man spezielle Messkarten, die mittels eines Lichtwellenleiter-Splitters in die Verbindungen eingeschleift werden. Die Karten sind mit Hilfe des GPS-Zeitempfängers der IPPM-Messstation zeitsynchronisiert. Dies erlaubt es, Teile der Ethernet-Frames zusammen mit hochpräzisen Zeitstempeln auszuwerten. Misst man mit zwei solcher Karten an verschiedenen Stellen im Netz, so können Pakete, die an beiden Messkarten erfasst werden, identifiziert werden. Dazu werden typischerweise die ersten 56 Bytes jedes Paketes aufgezeichnet und dann verglichen. Da nur ein kurzes Zeitintervall in Frage kommt, in dem das Paket zu finden sein muss, reichen die gelesenen Headerinformationen (Quell- und Zieladresse, Checksumme, Paketlänge, ...) zur Identifikation aus. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden die Paketinformationen anonymisiert.

Das WiN-Labor hat in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der Universität Leipzig passive Messungen zwischen Erlangen und Leipzig durchgeführt. Hier wurden unter anderem sowohl die passiven als auch die aktiven Delays der Pakete zwischen den beiden Standorten gemessen. Der Vergleich der aktiven und passiven Messungen lieferte konsistente Ergebnisse.